Check24 im Check durchgefallen: Suche nach einer günstigeren Autoversicherung scheitert an Bedenken bzgl. Preisgabe persönlicher Daten
Zum Ende des letzten Jahres kam man ja kaum umhin, mehrmals am Tag auf den Online-Vergleichs-Dienst Check24 aufmerksam gemacht zu werben. Ob Außenwerbung mit großen Plaketen oder TV-Werbung – an jeder Ecke wurde man zum vergleichen und sparen aufgefordert. Nun, wo der Trubel der großen KFZ-Versicherungs-Wechsel-Saison hinter uns liegt, soll ein ruhiger Test einmal zeigen, ob und was uns Check24 an günstige(re)n Angeboten zur Versicherung eines konkreten Fahrzeugs bringen kann. [Vorwegnahme des Fazits: die Vergleichsmaschine hat uns zu keinem Ergebnis führen können...]
Immerhin: die Autoversicherer versprechen ja regelmäßig zum Jahreswechsel, dass man mit einem Umstieg zum jeweils anderen Versicherer im besten Falle einige Hundert Euro an Versicherungsprämie sparen könne. Wer einen Ferrari fährt, kann solche Ersparnisse sicher leicht erzielen, weil sich hier der nötige Beitrag zur KFZ-Versicherung sowieso schon in den Tausenden pro Jahr bewegt. Doch kann ein normaler Fahrer mit einem mittelmäßigen Schadenfreiheitsrabatt und einem durchschnittlicheren, sportlichen Wagen auch solche Ersparnisse erzielen – und sich von der Ersparnis dann vielleicht wenigstens für einen Tage den Ferrari als Erlebnis gönnen (vgl. Anbieter wie Jollydays in der Rubrik Ferrari fahren)? Wir starten den Test.
Auf der Homepage / Startseite von Check24 geben wir sofort im entsprechenden Feld das Ortskennzeichen ein – B für Berlin. (Anmerkung: Clever gemacht, den User so in die Interaktion zu holen… ein Buchstabe genügt, und man ist drin im Prozess…). Da uns der Fahrzeugschein vorliegt, verzichten wir auf die Komfortsuche und geben die beöntigen Infos zu HSN (Herstellernummer) und TSN (Typenschlüsselnummer) direkt ein. Der Vergleichsrechner erkennt das Fahrzeug korrekt als “BMW, 330d DPF Cabrio; 231 PS (170 KW); 2993 ccm; BJ 2007 – 2009″.
Wir geben im nächsten Schritt an, dass das KFZ bereits zugelassen ist und tragen die angeforderten Daten zur Erstzulassung des Fahrzeugs sowie der erstmaligen Zulassung auf den eigenen Namen ein. Als gewünschten Versicherungsbeginn wählen wir den 01.01.2011. Wir wählen “Halter des Fahrzeugs = Versicherungsnehmer” und hoffen, dass damit auch eine juristische Person (Firma) gemeint sein kann. Im leichten Zweifel tragen wir unter PLZ des Fahrzeughalters die Postleitzahl des Firmensitzes ein. Es wird die Finanzierungsart des KFZ abgefragt; hier geben wir Barkauf an. Gleichzeitig verlangt der Dienst die Eingabe des ungefähren Neupreises des Fahrzeugs.
Beim Klick auf weiter bekommen wir ähnlich wie beim Test des Direct Line Angebotsrechners die Fehlermeldung, dass der gewünschte Versicherungsbeginn zu weit in der Zukunft läge. Maximal 7 Monate im Voraus darf man also vergleichen. Wir passen den Versicherungsbeginn der gewünschten Autoversicherung auf dem 01.09.2010 an. Nun klappt’s.
Wir geben als Nutzung des Fahrzeugs überwiegend gewerblich ohne nähere Spezifikation an, d.h. wählen unter “Zweck der gewerblichen Fahrten” nur “Sonstiges”. Nächtlicher Abstellort ist “Straße (öffentlich)”. Als jährliche Fahrleistung wählen wir 25.000 km und selektieren “Erstfahrzeug”. Auf ein Saisonkennzeichen verzichten wir.
Es folgt die Eingabe des Geburtsdatums, die Wahl des Geschlechts, Familienstands und Nationalität, Land und Datum des Führerscheinerwerbs. Wir haben keine Punkte in Flensburg und keinen regelmäßigen Zugriff auf einen weiteren PKW.
Jetzt ist der Berufsstatus zu wählen, anschließend geben wir an, dass das KFZ nicht nur ein Fahrer, sondern auch andere nutzen. Wir tragen im Folgeschritt aber keine weiteren Fahrer ein – und erhalten dafür gleich eine Fehlermeldung. Da wir keine Details zu einem Fahrer angeben wollen, versuchen wir es mit der Angabe “Sonstiger Fahrer” – in der Hoffnung, um weiter Detaileingaben herumzukommen. Leider geht auch das nicht, die Stimmung und Geduld sinkt.
Wir versuchen, einen Schritt zurückzugehen. Obwohl es nicht stimmt, wählen wir weiter vorn im Prozess nun “Wer fährt mit dem Fahrzeug: nur sie selbst”. Es kommt erster Frust auf. Und das soll nun “TÜV geprüfte Usability sein?! Wir haben keine Detaildaten der sonstigen Fahrer, und müssen deshalb Falschangaben machen?
Nun können wir den Schritt weiterer Fahrer überspringen. Wir geben an, dass es keine Kinder unter 17 im Haushalt gibt, kein selbst genutztes Wohneigentum, keine ÖPNV-Jahreskarte, dafür eine Bahncard, keine Mitgliedschaft in einem Automobilclub.
Nun wird es lustig: Warum bitte muss ich mein komplettes Nummernschild angeben, wenn doch Angaben zu Stadt und PLZ gemacht sind? Auch unsere bisherige Versicherung wollen wir hier nicht angeben. Wir versuchen, ob es trotzdem weiter geht. Erst müssen wir noch die Frage “Hat Ihnen Ihre Versicherung gekündigt?” mit Nein beantworten, ebenso hat unsere Versicherung keine Schäden in den letzten 3 Jahren regulieren müssen.
Da es leider nicht weiter geht, ohne Preisgabe des konkreten Kennzeichens und der aktuellen Versicherungsgesellschaft, brechen wir den Vorgang ab. So viel wollen wir nicht an privaten Daten rausrücken und leider erklärt Check24.de auch nicht, warum es diese Daten für den Vergleich bräuchte.
Unser Fazit: Check24 ist für den Vergleich von Autoversicherungen für unsere Anforderungen und Präferenzen komplett durchgefallen.